Archives for Deutsche Brass Band Meisterschaft


Spielen, moderieren, aushelfen – ein etwas anderer Rückblick auf die 10. Deutsche Brass Band Meisterschaft

Am 16. und 17. Oktober 2026 kamen in Augsburg die besten Brass Bands Deutschlands zusammen, um sich gemeinsam der Herausforderung Deutsche Brass Band Meisterschaft zu stellen. Und wir waren mittendrin: Mit „Inner Citadel“ als Pflichtstück und „Alpina Brass“ als Selbstwahlstück haben wir in der 1. Division 183 Punkte erspielt. Damit landeten wir auf Platz 3, punktgleich mit der Brass Band A7, die allein durch die bessere Pflichtstück-Wertung den Vorzug erhielt. Zum ersten Platz, den die Brass Band Woodshockers mit 183,5 Punkten belegte, fehlte uns nur ein halber Punkt.

Brass Band BlechKLANG bei der Deutschen Brass Band Meisterschaft 2026 (Foto Brass Band BlechKLANG)

Mit dabei in unseren Reihen war auch Anabel Voigt, deren musikalische Laufbahn einst bei uns begonnen hat. Über viele Jahre war sie unser Solohorn, und auch für die Meisterschaft hat sie uns wieder unterstützt. Inzwischen ist sie Absolventin des Royal Birmingham Conservatoire im Fach Althorn und als Dozentin, Solistin und Kammermusikerin aktiv. In Augsburg moderierte sie außerdem die Livestream-Interviews und half kurzfristig bei der Brass Band Regensburg aus. Ihr Tagebuch von diesem Wochenende ist zugleich unser Abschlussbericht, und am Ende finden sich die Ergebnisse aller Divisionen im Überblick.

Von Anabel Voigt

Moderation und Livestream

Ein erinnerungswürdiges Wochenende liegt hinter mir und uns! Es gab atemberaubende Performances und überraschende Ergebnisse, aber der Reihe nach: Schon vor zwei Jahren durfte ich bei der DBBM die Livestream-Interviews moderieren, und ich habe mich sehr gefreut, dass ich auch für diese Ausgabe wieder gefragt wurde. Der Job ermöglicht es, mit Mitgliedern aus jeder Band in Kontakt zu kommen und ihre Emotionen direkt nach dem Auftritt einzufangen.

 

Apropos Livestream: Meines Wissens gab es dieses Jahr noch mehr Zuhörer*innen als bei der letzten Ausgabe, zu jedem Zeitpunkt waren es etwa 80. Und die Aufnahmen der Auftritte sind noch bis zu vier Wochen danach unter kurzlink.de/DBBM2026 abrufbar. Das gibt es nicht bei allen nationalen Brass Band Meisterschaften.

Das Pflichtstück: „Inner Citadel“

Zwischen Zuhören und Interviews habe ich mich am meisten darauf gefreut, mit meiner Heimatband BlechKLANG auf der Bühne zu stehen. Das Pflichtstück der 1. Division, „Inner Citadel“ von Geert Jan Kroon, ist uns allen richtig ans Herz gewachsen. Es basiert auf Marcus Aurelius und seiner stoischen Philosophie und reflektiert zugleich den kreativen Prozess des Komponisten, der seinen Ruheplatz, die innere Zitadelle, braucht, um den Druck und die Angst auszubalancieren.

Der Auftritt war ein toller Moment: Die Band konnte auf der Bühne wirklich zeigen, was sie kann, und danach waren alle euphorisiert.

Das Selbstwahlstück: „Alpina Brass“ und der 3. Platz

Das war aber natürlich nur die halbe Miete. Am Samstag ging es mit dem Selbstwahlstück weiter, „Alpina Brass“. Als wir das Stück vor einiger Zeit ausgewählt haben, waren, glaube ich, noch nicht alle davon überzeugt. Spätestens nach den Kommentaren der Jury, die regelrecht davon geschwärmt hat, kann man aber sehr stolz auf diese Wahl sein.

Denn nach einem weniger erfreulichen Ergebnis vor zwei Jahren ist die Band in der größten Kategorie mit sechs Teilnehmern auf den 3. Platz gekommen!

Kurzfristig bei der Brass Band Regensburg

Damit war mein Wochenende aber noch nicht zu Ende. In vielen Bands gab es leider krankheitsbedingte Ausfälle, deshalb durfte ich kurzfristig bei der Brass Band Regensburg mitspielen. Die Stücke konnte ich mir allerdings nur einen Tag lang anschauen.

Das Highlight war, am Samstag als Letzte auf der Bühne zu stehen und „Fraternity“ zu spielen. Ich glaube, von vornherein haben alle gedacht, dass die 3BA Concert Band sowieso gewinnt. Umso größer war der Schock im Saal, als es zwischen Platz 1 und 2 eine Punktgleichheit gab. Am Ende gewann zwar die 3BA, aber die Brass Band Regensburg wird von Jahr zu Jahr stärker. Ich bin gespannt, wie die Punkte in zwei Jahren verteilt werden.

Workshops, Galakonzert und Brass Party

Das Wochenende war ein voller Erfolg und vom Allgäu-Schwäbischer Musikbund e.V. top organisiert. Zusätzlich gab es Brass-Workshops für verschiedene Instrumentengruppen, zum Beispiel mit Tom Hutchinson für Cornet, und einen Workshop zum Dirigieren. Außerdem gab die Paris Brass Band unter der Leitung von Tim de Maeseneer ein sehr schönes Galakonzert. Zum krönenden Abschluss gab es am Abend eine Brass Party, bei der bis 3 Uhr aufgelegt wurde.

Eine wachsende Brass Band-Community

Schon lange finde ich es schade, dass es in Deutschland bisher keine starke Brass Band-Community gibt, weil sich die Bands untereinander selten treffen. Dieses Wochenende hat mir aber gezeigt, dass ich mir da keine Sorgen machen muss: Von Jahr zu Jahr lernen sich die Bands besser kennen. Auch dieses Jahr waren wieder neue Bands dabei, manche als Rückkehrer, andere als Neugründungen. Das macht mir Hoffnung und Freude.

Augsburg, es war mir eine Freude!

Die Ergebnisse der DBBM 2026 im Überblick

  • Championship Division
    1. 3BA Concert Band 187,0 Punkte*
    2. Brass Band Regensburg 187,0 Punkte* – Section-Preis Schlagzeug, Solisten-Preis Solo-Kornett
    3. Brass Band NRW 183,0 Punkte
  • 1st Division
    1. Brass Band Woodshockers 183,5 Punkte
    2. Brass Band A7 183,0 Punkte*
    3. Brass Band BlechKLANG 183,0 Punkte* – Solisten-Preis Solo-Horn
    4. Brass Band Oberschwaben-Allgäu 182,0 Punkte
    5. Nordbayerische Brass Band 181,0 Punkte* – Section-Preis Posaune
    6. Brass Band Sachsen 181,0 Punkte*
  • 2nd Division
    1. Brass Band B10 185,0 Punkte
    2. Evolution Brass Regensburg 175,0 Punkte* – Section-Preis Schlagzeug, Solisten-Preis Solo-Kornett
    3. Brass Band Nord 175,0 Punkte*
  • 3rd Division
    1. Brass Band München 182,0 Punkte – Section-Preis Schlagzeug, Solisten-Preis Solo-Kornett
    2. Black Forest Brass Band 172,0 Punkte
  • 4th Division
    1. St. Stephan Brass Band 178,0 Punkte – Solisten-Preis Solo-Kornett
  • Youth Division
    1. Jugend Brass Band PotzBlech 185,0 Punkte – Solisten-Preis Solo-Kornett
    2. Schwäbische Jugend Brass Band 183,0 Punkte

*Bei Punktgleichheit der Gesamtpunktzahl entscheidet die höhere Punktzahl des Pflichtstückes.

Kirchenkonzerte 2026: Zwei Abende mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Herbst für Herbst geht Brass Band BlechKLANG auf Kirchenkonzerttour, und auch 2026 ist es wieder soweit. Anders als in den Vorjahren stehen die beiden Abende diesmal aber nicht unter einem gemeinsamen Motto, sondern haben jeweils ihren eigenen Schwerpunkt und Anlass. Am 07. Oktober 2026 gastieren wir in Apolda, am 14. November 2026 in Herrnhut, im Rahmen eines ganzen Workshop-Tages.

Brass Band BlechKLANG Kirchenkonzerte 2026

Apolda: Der letzte Härtetest vor der Meisterschaft

Am Mittwoch, 07.10.2026, um 19:30 Uhr laden wir in die Lutherkirche Apolda ein, und dieser Abend hat für uns eine besondere Bedeutung: Er ist unser Try-out-Konzert vor der Teilnahme an der Deutschen Brass Band Meisterschaft. Zum ersten Mal öffentlich von uns gespielt, erklingt dabei das Pflichtstück „Inner Citadel“ von Geert Jan Kroon, eine Neukomposition, an der wir in den vergangenen Monaten intensiv gearbeitet haben. Unser Wahlstück, welches wir ebenfalls präsentieren, wird an dieser Stelle noch nicht verraten.

Damit der Abend nicht nur ein Vorgeschmack auf den Wettbewerb bleibt, ergänzen wir das Programm um kurzweilige Unterhaltungsliteratur, darunter „The Final Countdown“, „Trag mi Wind“, „Elise, is that you“, „Oasis on Tour“ und „Golden Sound of ABBA“. So wird aus dem Härtetest zugleich ein kurzweiliger Konzertabend für unser Publikum.

Brass Band BlechKLANG in Herrnhut - Foto Julian Thiemermann

Herrnhut: Ein Konzert mitten im Workshop-Tag

Ganz anders der 14. November: An diesem Tag findet in Herrnhut der 3. Oberlausitzer Brass Band-Workshop „Terra Pacem“ statt, der sich an alle neugierigen Blechbläser*innen und Schlagzeuger*innen richtet, die Klangschönheit, gemeinsames Musizieren und das britische Brass Band-Repertoire entweder bereits lieben oder neu für sich entdecken möchten. Ab 10:00 Uhr leitet unser Dirigent Alexander Richter den Workshop im Dürningerhaus der KMS Herrnhut.

Den Abschluss des Tages bildet um 17:00 Uhr unser Konzert „Compostela“ im Kirchensaal der Brüdergemeinde Herrnhut (Eintritt frei). Musikalisch dreht sich der Abend um Werke von Thierry Deleruyelle, einem der derzeit gefragtesten Komponisten für Brass Band in Europa. Das titelgebende „Compostela“ zeichnet Pilgerwege und innere Einkehr in eindrucksvollen Klangbildern nach, während „Chorale for Peace“ als musikalisches Friedensgebet für einen Moment stiller Größe sorgt. Mit „Superjet“ zeigen wir anschließend unsere virtuose, spielfreudige Seite. Abgerundet wird das Programm durch einen unterhaltsamen Block mit bekannten Melodien, darunter „Golden Sound of ABBA“ und „Oasis on Tour“.

Brass Band BlechKLANG Kirchenkonzerte 2025 (1)

Zwei unterschiedliche Konzerte, immer Brass Band BlechKLANG

So verschieden beide Abende in Anlass und Programm auch sind, eines verbindet sie: der besondere Klang einer Brass Band. Orchestrale Wucht und kammermusikalische Zartheit treffen hier auf solistischen Glanz und mitreißende Unterhaltung. Wir freuen uns riesig auf unser Publikum!

Alle Termine im Überblick:

  • Apolda: Mittwoch, 07.10.2026, 19:30 Uhr, Lutherkirche
  • Herrnhut: Samstag, 14.11.2026, ab 10:00 Uhr Workshop „Terra Pacem“, 17:00 Uhr Konzert „Compostela“, Kirchensaal der Brüdergemeinde Herrnhut, Eintritt frei

Probenwochenende on the Road mit Helen Varley und Armin Bachmann

Wenn die sommerlichen Temperaturen unser KLANGhaus in Jena zum Kochen bringen – wogegen kein noch so starker Ventilator etwas ausrichten kann – dann zieht es uns hinaus zu einem Probenwochenende außer Haus. Wie bereits im letzten Jahr fiel unsere Wahl wieder auf das idyllische KiEZ „Am Filzteich“ im sächsischen Schneeberg, in dem wir vom 13. bis 16. August gastierten. Zunächst schlossen wir uns am Donnerstag und Freitag den Teilnehmer*innen des alljährlichen International Summer Brass Band Camps (ISBBC) an, nach zwei gemeinsamen Tagen und einem fantastischen Abschlusskonzert ging es dann in die intensive Probenphase mit Helen Varley und Armin Bachmann bis Sonntag.

Was auf den Pulten lag

Der Fokus lag in diesem Jahr voll und ganz auf unserem Programm für die Deutsche Brass Band Meisterschaft im Herbst 2026. Da beide Wettbewerbsstücke (Pflicht- und Wahlstück) jeweils über zehn Minuten Spielzeit mitbringen und uns technisch wie musikalisch einiges abverlangten, brauchten wir jede Minute des Wochenendes, um sie Note für Note zu erarbeiten.

Zwei Dozenten, eine Mission

Getragen wurde das Wochenende von Helen Varley, die seit 2021 regelmäßig mit uns zusammenarbeitet, sowie von Armin Bachmann, der zum ersten Mal in Schneeberg dabei war. Von morgens bis abends nahmen sich beide Zeit für jedes Detail und trieben uns mit spürbarer Energie durch das sehr fordernde Programm. Wie sehr ihr das Wochenende selbst in Erinnerung geblieben ist, brachte Helen anschließend auf den Punkt:

„Es war ein toller Abschluss der ISBBC-Woche, zwei Tage lang mit BlechKLANG an den Stücken für den bevorstehenden Wettbewerb zu proben. Wirklich fantastisch, mit dem inspirierenden Armin Bachmann zusammenzuarbeiten – was für eine großartige Woche!“

Ein Ort, der zum Arbeiten einlädt

Dass wir gerade in Schneeberg so konzentriert proben können, liegt auch am Ort selbst. Das KiEZ bietet genau die Ruhe, die ein solches Wochenende braucht, und die Umgebung sorgte auch nach langen Probenblöcken immer wieder für einen klaren Kopf.

Am Ende steht ein kurzes, aber intensives Wochenende, das uns musikalisch weitergebracht und als Band noch enger zusammengeschweißt hat. Unser Wettbewerbsprogramm ist auf einem guten Stand – wir freuen uns auf die Deutsche Brass Band Meisterschaft 2026.

Ein herzlicher Dank geht an unsere Partner, die dieses Probenwochenende unterstützt haben:

  • Besson Brass
  • Buffet Crampon
  • Bergerault
  • Thüringer Staatskanzlei
  • Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland

Probenwochenende on the Road mit Helen Varley und Frank Vantroyen

Andere fahren im Sommer in die Ferienfreizeit, wir proben – allerdings an einem ganz besonderen Ort. Wie auch in den vergangenen Jahren zog es uns wieder aus dem schönen Jena und unserem KLANGhaus hinaus, um in der Zeit vom 7. bis 10. August 2025 im wunderschönen KiEZ „Am Filzteich“ in Schneeberg am aktuellen und kommenden Repertoire zu arbeiten. Diesmal allerdings in einer etwas anderen Konstellation: Während wir sonst Teil des International Summer Brass Band Camp waren, gab es diesmal, bei der mittlerweile sechsten Ausgabe des ISBBC, nur eine kurze Überschneidung. Bis zum Freitag tauchten wir gemeinsam mit den übrigen Teilnehmer*innen in die Welt der Brass Bands ein. Nach dem großen Abschlusskonzert ging es dann für uns und die Dozent*innen allein weiter. Zwei Tage lang gehörte das idyllische Objekt ganz allein uns und wurde zum Zentrum intensiver musikalischer Arbeit.

Probe Brass Band BelchKLANG Probenwochenende on the Road 2025 Probe Brass Band BelchKLANG Probenwochenende on the Road 2025

Vielfalt auf den Pulten

Auf dem Programm stand ein bunter Mix: die Vorbereitung unseres Picknickkonzerts, neue Werke für die Kirchenkonzerte im Herbst, ein erster Blick ins Weihnachtsrepertoire – und sogar schon ein Ausflug in mögliche Wahlstücke für die Deutsche Brass Band Meisterschaft 2026.

Für ganz viel Begeisterung und Motivation sorgten unsere beiden Dozenten Helen Varley (bereits dabei gewesen in den Jahren 2021, 2022, 2023 und 2024) und Frank Vantroyen, die nach einer Woche ISBBC nahtlos mit uns weiterarbeiteten. Sie probten intensiv von morgens mit abends am teilweise sehr anspruchsvollen Repertoire. Beide lobten die besondere Mischung aus Disziplin und Freude, die unsere Probenarbeit prägt. Helen hob hervor, wie selbstverständlich wir uns auf anspruchsvolle, zeitgenössische Werke einlassen und „uns mit vollem Einsatz in jede neue Herausforderung stürzen“. Frank betonte den großen Fokus der Band, der sich mit viel Spaß und perfekter Organisation verbinde – „langweilig wurde es wirklich keine Sekunde“.

Musiker der Brass Band BlechKLANG beim ISBBC 2025 Musiker der Brass Band BlechKLANG beim ISBBC 2025 Musiker der Brass Band BlechKLANG beim ISBBC 2025 Musiker der Brass Band BlechKLANG beim ISBBC 2025

Perfekte Bedingungen in Schneeberg

Auch Alexander Richter zeigte sich am Ende hochzufrieden: Das KiEZ sei für ihn ein „idealer Ort zum Proben – professionell organisiert, mit einer herrlichen Kulisse und einer Atmosphäre, die sofort zum konzentrierten Arbeiten einlädt“.

So blicken wir auf ein kompaktes, aber überaus produktives Wochenende zurück, das uns nicht nur musikalisch vorangebracht, sondern auch als Ensemble noch enger zusammengeschweißt hat. Die kommenden Projekte können kommen – wir fühlen uns bestens gerüstet!

Teilnehmer des ISBBC 2025

Ein herzlicher Dank geht an unsere Partner, die dieses Probenwochenende unterstützt haben:

  • Besson Brass
  • Buffet Crampon
  • Thüringer Staatskanzlei
  • Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland

Goodbye & Hello – Neuzugänge und Verabschiedungen 2024

Das vergangene Jahr hat auch in unseren Reihen wieder einige Veränderungen mit sich gebracht: Neue Musiker*innen sind dazugekommen, und von einem Mitglied mussten wir uns auch leider verabschieden. Im folgenden Beitrag werfen wir einen Blick auf die personellen Bewegungen 2024 – und freuen uns über eine erfreuliche Bilanz mit mehr Zugängen als Abgängen. (Übrigens: Wir sind immer auf der Suche nach neuen Mitspieler*innen – meldet euch gern!)

Wer mehr über unsere neuen 4 neuen Gesichter erfahren will, liest am besten direkt weiter. Und auch die Hintergründe für unsere Verabschiedung finden sich in diesem Beitrag:

Neuzugänge:

Februar:

Markus Urbacher: Als erster Neuzugang in 2024 stieß im Januar Markus zu den Euphonien in unserem Tiefblechregister. Nach Jena verschlagen hat ihn der Job seiner Frau, und eine schnelle Google-Suche nach „Blechbläser Combos in Jena“ führte ihn anschließend direkt zu uns. Bei seiner ersten Probe Anfang 2024 brachte er noch ein Bariton deutscher Bauweise mit – mittlerweile spielt er aber auf einem echten Brass Band-Euphonium und fühlt sich in unserem Klangkörper schon richtig zu Hause. Zahlreiche Auftritte und Konzerte hat er in den vergangenen 12 Monaten mit uns absolviert – und es kommen hoffentlich noch viele dazu!

August:

Andreas Fey: Nach einigen Jahren Pause ist im vergangenen Jahr ein vertrautes Gesicht in die Brass Band BlechKLANG zurückgekehrt. Andreas, früher Teil der Solo-Kornette, verstärkt nun die Backrow im 3. Kornett. Besonders bei der Deutschen Meisterschaft 2024 war seine Rückkehr ein Gewinn für uns. Selbst nach einer längeren Auszeit aus familiären Gründen hat ihn die Faszination für die Brass Band-Musik nicht losgelassen, und wir freuen uns, ihn erneut in unseren Reihen zu haben. Mit seiner Erfahrung und seinem musikalischen Engagement ist er eine wertvolle Bereicherung, und wir blicken gespannt auf viele weitere gemeinsame Konzerte.

 

Moritz Röder: Seit dem Herbst 2024 freuen wir uns über Zuwachs im Posaunenregister. Moritz kam aus Nürnberg nach Jena, um sein Studium aufzunehmen, und fand über die Empfehlung eines Mitspielers seines Heimat-Ensembles den Weg zum Blasmusikverein Carl Zeiss Jena e.V. (unser Träger) – und schließlich zu uns. Obwohl er zuvor kaum Berührungspunkte mit Brass Band-Musik hatte, war er sofort von der klanglichen Vielfalt und Ausdruckskraft des Ensembles beeindruckt. Nun stellt er sich der neuen musikalischen Herausforderung und war bei vielen Highlight des vergangenen Jahres dabei. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit und viele spannende Konzerte!

November:

José Sousa: In der zweiten Jahreshälft 2024 konnten wir ein neues Gesicht in unserem Kornettregister begrüßen. Über einen Tipp eines Kommilitonen von der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar fand José den Weg in die Band – und stellte sich direkt einer neuen Aufgabe: Zum ersten Mal spielt er in einer Brass Band und gleichzeitig auf dem Kornett. Für ihn war es die richtige Entscheidung: Besonders die Atmosphäre und das Miteinander innerhalb des Ensembles haben ihn sofort begeistert. Nach seinem erfolgreichen Einstand bei den Weihnachtskonzerten freuen wir uns auf viele weitere gemeinsame Auftritte!

Verabschiedungen:

Juni:

Laurence Heaven: Nach gut drei Jahren mit ihm in unseren Reihen mussten wir uns im Sommer von Laurence verabschieden. Nachdem er sein Masterstudium in Jena erfolgreich abgeschlossen hatte, entschied er sich dazu, unser schönes Saalestädtchen zu verlassen. Während seiner Zeit in der Band war er Teil zahlreicher Konzerte, Auftritte und Wettbewerbe und unterstützte tatkräftig unser Posaunenregister. Zudem war er Mitglied bei unseren Kolleg*innen von der Brass Band VielKLANG, mit denen er ebenfalls viele musikalische Highlights erlebt hat.

Wir danken ihm herzlich für seinen Einsatz, die gemeinsamen musikalischen Erlebnisse und wünschen ihm für die Zukunft nur das Beste!

 

 

9. Deutschen Brass Band Meisterschaft – stolz auf unsere musikalische Reise

Eine scharf umkämpfte Gruppe, ein höchst anspruchsvolles Pflichtstück, eine neue Stärkeklasse und ein Teilnehmerfeld, das noch vor ein paar Jahren für uns völlig außer Reichweite war – die Rahmenbedingungen für unseren ersten Anlauf in der 1st Division bei der Deutschen Brass Band Meisterschaft waren nicht gerade erfolgversprechend. Demzufolge ist es auch nicht verwunderlich, dass uns ein Ergebnis, das wir uns gewünscht hatten, leider nicht vergönnt war. Dennoch blicken wir durchaus positiv auf dieses Abenteuer zurück, denn insgesamt hat uns die Erfahrung musikalisch weit nach vorn gebracht und unser „Wir-Gefühl“ unglaublich gefördert. Doch fangen wir am Anfang der Geschichte an …

Los geht die wilde Fahrt!

Am 3. Oktober 2024 fuhren wir gemeinsam nach Göppingen, um uns in der Zeit vom 4. bis 5. Oktober der 9. Deutschen Brass Band Meisterschaft zu stellen. Dank eines tollen Busfahrergespanns (vielen Dank dafür!) begann die Reise äußerst unterhaltsam, sodass wir mit bester Laune in unserer Unterkunft ankamen. Zunächst stärkten wir uns mit einem kleinen Abendessen, bevor es an der Zeit war für eine letzte, intensive Probe.

Letzte Probe vor der DBBM 2024 Brass Band BlechKLANG

Sowohl mit Pflicht- als auch Wahlstück beschallten wir zwei Stunden lang das ganze Haus und konzentrierten uns dabei auf den letzten Feinschliff. Die Stimmung war angespannt, aber auch voller Vorfreude auf das große Ereignis am Tag darauf. Den Abend ließen wir gemeinsam mit den anderen Brass Bands ausklingen, die sich im selben Objekt befanden. Darunter waren die Brass Band Regensburg (die sich unsere Tubistin Josi ausgeliehen hatten), Evolution Brass Regensburg und die Brass Band Sachsen.

It’s Pflichtstück-Time!

Tag zwei startete zunächst ganz gemütlich mit einem stärkenden Frühstück. Danach folgte eine kurze Probe, in der es aber weniger ums tatsächliche Spielen ging, sondern vor allem darum, die Aufmerksamkeit und den Fokus richtig einzustellen. Dafür wurde dann – wie traditionell üblich für uns bei Wettbewerben – sehr viel gesungen. Anschließend ging es zum Mittag und danach wurde es auch schon ernst. Unsere Vorhut – bestehend aus unserer Bandmanagerin Franzi und dem Schlagzeugregister – machte sich auf den Weg zur Stadthalle Göppingen. Die Mission? Auslosung des Startplatzes und Inspektion des Schlagzeuginstrumentariums. Bei Wettbewerben ist es nämlich üblich, dass alle Schlagwerker auf den selben Instrumenten spielen.

Möglichst nicht erster, aber bitte auch nicht letzter Startplatz

Grundsätzlich war es uns zwar egal, wann wir spielen würden, aber dennoch herrschte eine gewisse Einigkeit, dass wir wieder beginnen, noch unsere Stärkeklasse abschließen wollten. Mit letzterem Wunsch hatten wir leider Pech. Als finale Band der 1st Division war unsere Startzeit auf der Bühne dann festgelegt auf 20:35 Uhr – eine echte Herausforderung, die Konzentration und den Fokus zu bewahren. Außerdem hatten die innere Anspannung und die Aufregung viel Zeit, ganz tief in jeden Einzelnen hineinzukriechen. Wir versuchten allerdings, das Beste aus der Situation zu machen. Als es dann endlich so weit war, gaben wir alles, um die „Sinfonietta No. 3“ von Etienne Crausaz so optimal wie möglich zu präsentieren. Es lief zwar nicht alles perfekt, aber viele Passagen funktionierten sehr gut und genau so, wie wir es wollten. Es war wirklich ein tolles Gefühl, dieses Stück (von dem viele beim ersten Sehen das Gefühl hatten, es nie spielen zu können) auf überzeugende Weise auf die Bühne zu bringen.

Brass Band BlechKLANG Deutsche Brass Band Meisterschaft 2024

Auf zum Wahlstück!

Auch der Samstag begann wieder mit einem entspannten Frühstück, gefolgt von einer Rückschau auf unser Pflichtstück, das wir uns im Livestream noch einmal anhörten. Auch hier überzeugte uns der Klangeindruck davon, dass wir eine absolut vorzeigbare Performance abgeliefert hatten. Danach ging es erneut an eine Probe – diesmal für das Wahlstück. Aber Moment: Für welchen Titel hatten wir uns denn eigentlich entschieden? Dieses Geheimnis können wir jetzt endlich lüften: Wir spielten die berühmte „Suite from Hymn of the Highlands“ aus der Feder von Philip Sparke (wer bei unseren Kirchenkonzerten in Apolda und Grußrudestedt dabei war, hatten diese Info tatsächlich schon). Dieses Werk begleitet uns bereits seit unserem diesjährigen Galakonzert, weshalb wir uns sehr gut vorbereitet fühlten. Das wirkte sich natürlich positiv auf Aufregung und Anspannung. Zudem hatten wir diesmal den mittleren Slot gezogen, weshalb wir ganz entspannt um 14:20 Uhr mit unserer Performance beginnen konnten. Wesentlich freier und befreiter als am Vortag lieferten wir dann eine Leistung ab, mit der alle zufrieden waren. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle unsere Solistengruppe: Julia (Bariton), Janice (Horn) und Torsten (Flügelhorn) haben wirklich wunderbar abgeliefert.

Knapp vorbei, aber viel gewonnen

Nach unserem Auftritt waren natürlich alle höchst gespannt darauf, wie uns die Jury letztendlich bewerten würde. Doch bis dahin dauerte es noch ein wenig. Also hörten wir noch einige der anderen Bands und genossen das abschließende Galakonzert der Brass Band Bürgermusik Luzern. Dann wurde es spannend – wann würde unser Name bei der Ergebnisverkündung fallen? Selbstverständlich hofften alle, dass wir nicht zuerst genannt werden würden, was den 5. Platz bedeuten würde … genau so kam es aber dann. Es waren zwar nur 1,3 Punkte, die uns von Rang 4 trennten, aber so war nun mal das Ergebnis. Angesichts der enormen Konkurrenz – wie eingangs bereits erwähnt – ist es aber dennoch ein achtbares Ergebnis. Zudem haben wir wahnsinnig viel gelernt und sind als Band und Gemeinschaft in den letzten Monaten unglaublich gewachsen. Zahlen sind nun mal nicht alles …

Preisverleihung Deutsche Brass Band Meisterschaft 2024 Göppingen

Die Ergebnisse in der Übersicht

  • Championship Division
    1. 3BA Concert Band 190,7 Punkte
    2. Brass Band Regensburg 186,7 Punkte
  • 1st Division
    1. Woodshockers Brass Band 184,3 Punkte
    2. Brass Band Sachsen 182,7 Punkte
    3. Nordbayerische Brass Band 177,7 Punkte
    4. Brass Band A7 e.V. 177,3 Punkte
    5. Brass Band BlechKLANG 176,0 Punkte
  • 2nd Division
    1. Brass Band Nord e.V. 179,3 Punkte
    2. Evolution Brass Regensburg 177,3 Punkte
    3. Cologne-Concert-Brass 177,0 Punkte
    4. Brass Band B10 175,7 Punkte
  • 3rd Division
    1. Brass Band München e.V. 184,3 Punkte
    2. Black Forest Brass Band Freiburg 177,0 Punkte
  • 4th Division
    1. St. Stephan Brass Band Hamburg 170,0 Punkte
  • Youth Division
    1. Jugend-Brass-Band PotzBlech 182,0 Punkte

Abschließende Worte

Wir gratulieren der 3BA Brass Band zum erneuten Titel des Deutschen Brass Band Meisters sowie den Woodshockers zum Sieg in der 1st Division. Besonders stolz sind wir auf unsere Tubistin Josi, die sich mit der Brass Band Regensburg der Championship Division stellte. Außerdem freuen wir uns für unseren langjährigen Hornisten Stefan, der mit der Brass Band München den 1. Platz in der 3rd Division holte. Unser Dank gilt allen unseren Gastmusiker*innen, der Brass Band B10 und dem Deutschen Brass Band Verband für die hervorragende Organisation und natürlich allen Sponsoren und Unterstützern!

Wir fahren zur 9. Deutschen Brass Band Meisterschaft nach Göppingen!

Eine große Herausforderung liegt vor uns: Am 4. und 5. Oktober stellen wir uns der 9. Deutschen Brass Band Meisterschaft (DBBM) in Göppingen. Es wird unsere erste Teilnahme am wahrscheinlich wichtigsten Wettbewerb der deutschen Brass Band-Szene seit dem Jahr 2018, in dem wir uns den Sieg in der 2nd Division geholt haben. Das Besondere ist, dass wir erstmalig in der 1st Division antreten. Bei der Brass Band Open in 2021 und im vergangenen Jahr haben wir zwar bereits ein wenig in diese höhere Kategorie hineingeschnuppert, aber trotzdem wird es eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.

Plakat Deutsche Brass Band Meisterschaft 2024

Countdown zur Deutschen Meisterschaft: Von den Proben zur Bühne

Die Vorbereitungen für die DBBM laufen natürlich nicht erst seit Kurzem, sondern schon seit mehreren Monaten – zum Beispiel während unseres „Probenwochenende on the Road„. Es gilt, sowohl das Pflichtstück „Sinfonietta No. 3“ von Etienne Crausaz, als auch ein vom Schwierigkeitsgrad ähnliches Werk einzustudieren (das verraten wir natürlich noch nicht). Das komplette Programm wird dann aber nicht am Stück präsentiert, sondern auf die beiden Wettbewerbstage aufgeteilt. Am Freitag, 4. Oktober, starten wir mit Sinfonietta, am Samstag, 5. Oktober, folgt das Wahlstück (wie gesagt: das bleibt vorerst ein gut gehütetes Geheimnis). Bewertet wird das gesamte Programm von der Jury bestehend aus Michael Bach, Dirigent der Brassband Bürgermusik Luzern, Helen Douthwaite-Teasdale, musikalischen Leiterin der Irvine and Dreghorn Brass Band, sowie Benjamin Haemhouts, belgischer Dirigent und Komponist. Die Juroren sitzen bei allen teilnehmenden Bands hinter einem schwarzen Vortrag und konzentrieren sich ausschließlich auf das, was sie hören.

Plakat Galakonzert Brassband Bürgermusik Luzern

Live dabei oder live am Bildschirm

Zusätzlich zur Wettbewerbsatmosphäre freuen wir uns auf ein besonderes Highlight: das Galakonzert mit der renommierten Brassband Bürgermusik Luzern. Dieses Konzert bietet uns eine einmalige Gelegenheit, hochkarätige Brass Band-Musik auf internationalem Niveau zu erleben und uns vom Klang eines ehemaligen Europameisters verzaubern zu lassen. Wer sich dieses Highlight ebenfalls nicht entgehen lassen will, kann übrigens noch Tickets erwerben. Auch für die beiden Wettbewerbstage sind Karten jeweils an der Tageskasse erhältlich. Und wer es nicht nach Göppingen schafft, kann die gesamte Veranstaltung im Livestream verfolgen.

Probenwochenende on the Road mit Helen Varley

Sommerzeit ist Reisezeit – diesem Motto folgend haben wir auch in diesem Jahr unser geliebtes KLANGhaus in Jena hinter uns gelassen und sind gemeinsam ins schöne Schneeberg in Sachsen gefahren. Das Ziel lautete: KiEZ „Am Filteich“. In dem idyllisch gelegenen Objekt haben wir im Rahmen des 5. International Summer Brass Band Camps unser bei allen Mitgliedern beliebtes „Probenwochenende on the Road“ (25. – 28. August 2024) durchgeführt.

Brass Band BlechKLANG probt mit Helen Varley

Als Chef-Dozentin konnten wir – wie bereits in den Jahren 2023, 2022 und bei der @Home-Edition in 2021 – die britische Brass Band-Expertin Helen Varley begrüßen. Gemeinsam mit ihr sowie den weiteren Lehrer*innen des International Summer Brass Band Camps haben wir vier Tage lang intensiv geprobt und uns auf kommende Aufgaben vorbereitet. Dabei war jeder Tag von morgens bis abends mit Musik gefüllt. Es ging los mit Atemübungen zum Wachwerden und direkt im Anschluss folgte die Erarbeitung des Repertoires – im Tutti, im Register und einzeln.

Auf den Pulten begrüßten wir dabei auch in diesem Jahr eine bunte Mischung verschiedener Werke. Neben dem Repertoire für unser Picknickkonzert (04.08) und unsere kommenden Kirchenkonzerte lag der Fokus allerdings ganz klar auf unserem Beitrag für die Deutsche Brass Band Meisterschaft 2024 in Göppingen. Allein das Pflichtstück für die 1st Division, in der wir in diesem Jahr erstmalig bei der DBBM antreten, hat es wirklich in sich. Das Werk mit dem schönen Titel „Sinfonietta Nol 3“ aus der Feder von Etienne Crausaz hat uns jeden Tag aufs Neue herausgefordert, aber die Fortschritte waren am Ende wirklich bemerkenswert. (Zum Wahlstück können wir an dieser Stelle leider nichts verraten 😉)

Tuba, Posaune, Schlagwerk der Brass Band BlechKLANG Brass Band BlechKLANG Euphonium und Bariton der Brass Band BlechKLANG Kornette der Brass Band BlechKLANG

Ein besonderes Highlight des „Probenwochenende on the Road“ bzw. des International Summer Brass Band Camps war auch in diesem Jahr wieder das Abschlusskonzert aller Teilnehmer*innen. Die verschiedenen Ensemble, die in der gesamten Woche zusammen gearbeitet hatten, präsentierten hier die Ergebnisse ihrer Proben. Für Helen Varley war dies ein ganz besonderer Moment: „Das International Summer Brass Band Camp ist für mich seit vielen Jahren ein Brass Camp, an dem ich mit großer Freude teilnehme. Das Konzept, das jüngere Musiker*innen durch den intensiven Kontakt mit älteren Spieler*innen inspiriert, begeistert und motiviert werden, halte ich für eine sehr effektive Idee. Jahr für Jahr sorgt sie dafür, dass junge Anfänger*innen, eifrige Teenager*innen und engagierte Erwachsene zugleich mit fantastischem Engagement und Enthusiasmus zusammen musizieren! Es ist mittlerweile sogar so, dass diejenigen, die beim letzten Mal noch zu den Youngsters zählten, in diesem Jahr zu Vorbildern für andere wurden. Es ist wirklich toll zu hören, dass sich alle von Jahr zu Jahr verbessern!“

Teilnehmer des ISBBC 2024 mit der Brass Band BlechKLANG (Foto Julian Thiemermann)

Auch unser Dirigent Alexander Richter zeigt sich wieder sehr zufrieden mit dem Probenwochenende on the Road 2024. Er kommentierte unseren „kleinen Ausflug“ folgendermaßen: „Ich kann mir wirklich keinen besseren Ort für unser „Auswärtsprobenwochenende“ vorstellen. Die professionelle Organisation und die stets freundschaftliche Atmosphäre vor Ort zeichnen das ISBBC als ganz besonderen Workshop aus!“ Selbstverständlich ist ein derartiges Projekt nicht ohne fördernde Partner und Unterstützer möglich. Unser herzlichster Dank geht an:

  • Besson Brass
  • Buffet Crampon
  • Thüringer Staatskanzlei
  • Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland

Bandman of the Month: Julian Thiemermann

„Eigentlich bin ich immer auf der Suche nach dem besonders dunklen Premium-Sound. Und mit BlechKLANG bin ich ihm schon sehr nah gekommen!“ Der erfahrene Brass Band-Fan merkt bereits an diesen Zeilen, dass unser Bandman des Monats eigentlich nur aus dem Bass-Register kommen kann – und so ist es auch. Wir wollen Euch heute Julian, unseren Bassposaunisten, etwas genauer vorstellen.

Julian im KLANGhaus

Julian bei einer Probe im KLANGhaus, unserem Vereinsheim

Geboren wurde er im Jahr 1997. Schon früh fing er an, sich für Musik zu interessieren, brauchte aber eine gewisse Zeit, um zum „heiligen Blech“ zu finden. Julian verbrachte nämlich zunächst einige Zeit in einem Akkordeonorchester. Diesem kehrte er zwar irgendwann den Rücken zu, bog aber noch einmal „falsch ab“, denn er strandete anschließend als Schlagzeuger an der kleinen Trommel in einem Fanfarenzug. Auch seine nächste Station führte ihn musikalisch noch nicht ins Reich der tiefen Töne, sondern in die Welt der schwarzen und weißen Tasten. Erst im zarten Alter von 15 Jahren tauschte er schließlich das Klavier gegen „etwas Ordentliches“ ein. „Es hat ein Weilchen gedauert, aber schlussendlich habe ich mit der Bassposaune das richtige Instrument für mich gefunden.“ Als es ihn im Jahr 2018 wegen des Studiums nach Jena verschlug, wurde er schließlich Mitglied in unseren Reihen. Parallel dazu spielte er in der Anfangszeit ebenfalls in der Jugend Brass Band BlechKLANG die Bassposaune. Seitdem er hier aus Altergründen ausgeschieden ist, unterstützt er die Kolleg*innen der Brass Band VielKLANG. In dieser Formation hat er allerdings die Position des Es-Bassisten übernommen.

Julian bei der DBBM 2018

Julian (Mitte) mit zwei Schlagzeugkollegen bei der Deutschen Brass Band Meisterschaft 2018

In den gut fünf Jahren, in denen er sich mittlerweile in der Brass Band-Welt bewegt, ist ihm natürlich ein Thema mehr als einmal begegnet: Wettbewerbe. Allein mit uns hat er die German Open, einen Entertainment Wettbewerb und die Deutsche Meisterschaft kennengelernt. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm jedoch die Teilnahme an der Europäischen Brass Band Meisterschaft 2019 in Montreux mit der Jugend Brass Band BlechKLANG. „Sich auf dieser (gefühlt) riesigen Bühne vor den Augen der europäischen Brass Band-Szene zu beweisen, war eine unglaubliche Erfahrung, die ich sicherlich nicht vergessen werde!“ Wie viel Eindruck dieses Erlebnis hinterlassen hat, spiegelt sich auch in seinem Lieblingsstück wieder: „The Triumph of Time“ von Peter Graham ist nämlich ein ausgesprochen beliebtes Wahl- und auch Teststück bei Brass Band-Wettbewerben auf der ganzen Welt.

Julian mit Posaunenregister

Julian (links) mit seinen Kolleg*innen aus unserem Posaunenregister

Nicht nur Wettbewerbe, sondern auch exzellente Ikonen der Brass Band-Welt hat Julian mit uns bereits kennenlernen dürfen. Viele große Namen – z. B. Helen Varley, Chris Houlding, David Thornton u. v. m. – hat er in unseren Reihen als Dirigent*innen und als Dozent*innen erlebt. Am prägendsten war jedoch sein erster Lehrer Alexander Ditas von der Kreismusikschule Harz. „Mit ihm habe ich die ersten Töne auf der Posaune erzeugt. Das bleibt wohl ewig in Erinnerung.“ Klanglich her er sich mittlerweile Brandt Attema und Walter Hilgers als Vorbilder genommen. „Die zwei haben den Premium-Sound, wie ich ihn mir vorstelle, bereits gefunden – und dafür bewundere ich sie!“

Julian bei Blech trifft Orgel 2018

Julian beim kammermusikalischen Highlight Blech trifft Orgel 2018

Stichwort „Premium-Sound“ – auch beim Musikhören braucht Julian das „gewisse Etwas“: „Dinge, die im Radio laufen – zumindest auf den gängigen Sendern – interessieren mich eher weniger. Ich habe beispielsweise eine kleine Schwäche für die Romantik-Epoche und Stücke aus dieser Zeit findet man leider nicht, wenn man tagsüber das Radio anknipst.“ Anders verhält es sich mit seiner Lieblings-Brass Band. Die bekannte Brighouse & Rastrick Brass Band kann man nämlich durchaus im Radio hören, wenn man einen Brass Band-Sender einschaltet. „Das Bass-Register klingt bei Brighouse besonders dunkel und homogen, daher kann ich mich für die Briten aus West Yorkshire immer wieder aufs Neue begeistern!“

Julian Jugend Brass Band BlechKLANG

Julian bei einem Auftritt mit der Jugend Brass Band BlechKLANG 2019

Außerhalb der Brass Band-Szene – in der „echten Welt“ – arbeitet Julian als Ingenieur in der Optikbranche. Neben der Musik zählt zu seinen Hobbys vor allem das Fotografieren (viele Bilder auf unserer Website und auf unseren Social Media-Kanälen stammen von ihm). Und er hat einen großen Wunsch, den er gern loswerden möchte: „An alle Komponist*innen da draußen: Schreibt mehr super tiefen Bassposaunen-Kram in Eure Musik!“ Sobald dieser Wunsch in Erfüllung gegangen ist, werdet Ihr sicher das eine oder andere Stück von uns hören!

Lieber Julian, wir freuen uns, dass Du „unser Mann an der Bassposaune“ bist und hoffen natürlich, dass Du uns noch für lange Zeit erhalten bleiben wirst!

Bandman of the Month: Michael Götz

„Auch wenn ich in meinen mehr als 40 Jahren, die ich nun diesem Hobby nachgehe, neben vielen Höhen natürlich auch ein paar Tiefen durchschritten habe, so hat die Musik in der Brass Band BlechKLANG stets eine gute Betätigung neben der beruflichen Arbeit sowie sehr viele Erlebnisse und Bekanntschaften gebracht. Die intensivsten Freundschaften entstanden hier und das ist mir extrem wichtig!“ Mit diesen einleitenden Worten aus seinem eigenen Mund möchten wir die Vorstellung von Michael Götz beginnen, unserem Bandman des Monats. Heute erfahrt Ihr etwas mehr über unser 2nd Horn und ein echtes Urgestein der Brass Band BlechKLANG.

Das Licht der Welt erblickte Micha im Jahr 1972. Schon in der Schulzeit, während der dritten Klasse, fand er den Weg zur Musik. Bereits davor begeisterten ihn allerdings die „Aufmärsche“ des Fanfarenorchesters (FO) des damaligen VEB (Volkseigener Betrieb) Carl Zeiss Jena mit der gewaltigen Rhythmus-Gruppe und der Tambourmajorin vornweg. Wenn diese Formation, die volle Straßenbreite einnehmend, spielend und trommelnd durch das Wohngebiet schritt, war Micha immer sofort am Fenster und hatte „Gänsehaut“. Ein Zufall war es dann, der den direkten Kontakt zu den Verantwortlichen des Fanfarenorchesters herstellte: Michas Mutter, die als Kindergärtnerin arbeitete, betreute u. a. ein Kind, dessen Mutter beruflich im Zeiss-Werk Kontakt zum FO hatte. Bei einem Elterngespräch wurde dann wohl auch beiläufig die Begeisterung von Micha für besagtes Orchester erwähnt. Zügig war anschließend der Kontakt zu Karl-Heinz Lehmann und Lothar Leuthold sen. hergestellt und die Dinge nahmen ihren Lauf; der Weg zum Flötenunterricht war eingerichtet.

Micha mit Helen Varley beim Probenwochenende on the Road 2018

Micha mit Helen Varley beim Probenwochenende on the Road 2018

So wurde Micha im September 1981 schließlich Mitglied im Fanfarenorchester der VEB Carl Zeiss Jena bzw. im Blasmusikverein Carl Zeiss Jena e.V. (unser Träger). Die Blockflöte spielte er zwar – wie es damals üblich war – nicht sehr lang, dennoch feierte er damit schon kleine Erfolge: „Zum 10-Jahres-Jubiläum durfte ich auf der Jenaer Volkshausbühne im Scheinwerferlicht stehend eine Flötenstelle mit einer Duettpartnerin solistisch wiederholt präsentieren – ein prägendes Ereignis! Denn diese Aufregung verspüre ich noch heute, wenn es mal wieder heißt, dass wir im Stück aufstehen „dürfen“ und eine kleine solistische Stelle zu präsentieren haben. Ich erinnere mich allerdings sehr gern an den als Präsent zur damaligen Jubiläumsfeier erhaltenen gravierten Kugelschreiber. Das war für die damaligen Verhältnisse und vor allem für mich eine echte Sensation.“

Micha mit seinen Registerkolleg*innen bei den German Open 2021

Micha mit seinen Registerkolleg*innen bei den German Open 2021

Nach rund einem Jahr an der Flöte wechselte Micha auf die zu jener Zeit noch gängige Eb-Alt-Fanfare. „Die Tenorfanfare war zwar auch im Gespräch, aber im Lager gerade vergriffen, weshalb ich ein „Esser“ wurde.“ Diese „historischen Instrumente“ wurden dann im Laufe der Zeit durch die Brass Band-typischen Eb-Alt-Hörner ausgetauscht. Zunächst setzte man aber noch auf die deutsche Bauweise, die erst in den 2000ern durch die englische Variante ersetzt wurde. Im Gegensatz zu seinem Instrument, das immer mal wieder leicht wechselte, blieb Micha seiner Stimme jedoch relativ treu. Immerhin sind es jetzt schon annähernd 20 Jahre, die er bei uns das 2nd Horn spielt. „Und es muss auch keine andere Position sein!“

Bei einer so langen Geschichte in der Brass Band BlechKLANG stellt sich natürlich die Frage, was eigentlich Michas Lieblingsstück ist. Dabei werden alle, die ihn persönlich kennen, sicherlich einen klaren Verdacht haben. „Selbstverständlich ist der „Fliegermarsch“ ein Titel, den ich sehr gern spiele und auch höre. Das Stück hat auf jeden Fall Ohrwurm-Charakter, aber ein alleiniges Lieblingsstück ist es leider nicht. Und ich weiß, dass ich damit viele enttäusche!“ Stattdessen ist es für ihn – vielleicht auch aufgrund der Fülle an Werken, die er im Laufe der Zeit kennengelernt hat – sehr schwierig, einen klaren Favoriten zu benennen. „Ich erinnere mich wirklich an zahlreiche Stücke, die ich sehr gern (mit)gespielt habe. Exemplarisch möchte ich hier „Terra Pacem“ von Mario Bürki nennen, das wir im Rahmen unserer Weihnachtskonzerte 2015 präsentiert haben – ein wirklich sehr fulminantes Werk! Mich begeistern aber auch, vermutlich vordergründig wegen der hohen Wiedererkennung, viele bekannte Filmmusiken. Ein besonderes Highlight ist jedoch der Titel „Highland Cathedral“ von Ulrich Roever und Michael Korb, möglichst in einer Fassung mit Orgel und Dudelsäcken. Hier bekomme ich immer eine Gänsehaut beim Hören und Spielen. Darüber hinaus (und das liegt sicherlich an meiner „historischen Musikerentwicklung“) erinnere ich mich sehr gern (und habe dort außerordentlich gern gespielt) an die Musik-Massenveranstaltungen, bei denen hunderte oder tausende Musiker gemeinsam Musizieren; dies hat mich immer berührt …“

Im Gegensatz zu diesem breiten Spektrum an favorisierten Brass Band-Stücken sieht es beim Thema „Lieblings-Brass Band“ ganz anders aus. „Es fällt mir sehr schwer, mich hier auf eine bestimmte Formation festzulegen, denn ich habe bei verschiedenen Veranstaltungen und Events zahlreiche Bands wunderbar hören dürfen. Nicht selten haben mir dabei dann sogar diejenigen besser gefallen, um die kein großer „Hype“ gemacht wird. Ich möchte es mal so sagen: Wenn die Musik gefällig ist, ist mir der Name der Band eigentlich egal.“ In diesem Zusammenhang ist es vermutlich auch nicht verwunderlich, dass Micha kein konkretes musikalisches Vorbild hat. „So weit geht es bei mir einfach nicht.“

Micha bei einer Probe zu "Brass & Sinfonik II" unter Leitung von Philippe Bach 2015

Micha bei einer Probe zu „Brass & Sinfonik II“ unter Leitung von Philippe Bach 2015

Auf die Frage, welcher Dirigent bzw. Gast-Dirigent ihn in den ganzen Jahren am meisten begeistert hat, kann Micha jedoch wieder Namen nennen. „Es ist zwar schon sehr lange her, aber hier erinnere ich mich zuerst an Lothar Leuthold sen., da er für mich der erste Dirigent im „großen Orchester“ war, den ich nach absolvierter Ausbildung erleben durfte. Seine schon damals gelebte Philosophie „fordern und fördern“ habe ich in bester Erinnerung behalten. Seine Strenge und Disziplin, aber gleichzeitig auch die sensible und einfühlsame Art (mir als noch jungem Musiker gegenüber), haben mir sehr imponiert.“ In der jüngeren Vergangenheit war es vor allem Philippe Bach (z. B. Brass & Sinfonik II), an den Micha gern zurückdenkt. „International agierende und dann doch auch regional tätige Gastdozenten wie er, denen die Freude am gemeinsamen Erarbeiten und Musizieren sichtbar ins Gesicht geschrieben ist und bei denen man zu keinem Zeitpunkt den Eindruck gewinnt, es würde sich nur um einen „bezahlten Job“ handeln, sind mir sehr angenehm. Mal abgesehen davon, dass mir sein schweizerischer „Spracheinschlag“ natürlich auch bestens gefällt!“

Nicht nur verschiedene Dirigenten und Gast-Dirigenten hat Micha im Laufe der Zeit kennengelernt, selbstverständlich kann er auch auf eine riesige Menge spannender Erlebnisse zurückblicken. Aus dieser Sammlung ein Highlight zu picken, ist natürlich nicht einfach, aber er hat einen klaren Favoriten: „Für mich war die damalige Reise in die USA im Jahr 1999 ein absoluter Höhepunkt. Die zahlreichen Konzerte in amerikanischen High Schools, die gemeinsamen Fahrten im klassischen Amerika-Schulbus und sogar meine „Sonderbehandlung“ seitens der Einreisebehörde, da ich für die Band damals die komplette Reisekasse dabei hatte, was für eine Privatperson natürlich zu viel war, sind mir noch in sehr guter Erinnerung. Ich bin auch immer noch froh, dass ich mich aus der letzten Situation mit meinem „gebrochenen Englisch“ herausreden konnte! Ansonsten denke ich auch gern an gemeinsame Bandfahrten im großen Reisebus mit Kurzvideodreh, kleinen „Erfrischungsgetränken“ usw. zurück. Abschließend möchte ich zudem die Teilnahmen an Wettbewerben benennen, die natürlich auch beeindruckend waren, für mich aber regelmäßig besonders viel Stress bedeuteten. Bei Wettbewerben fühle ich mich eigentlich immer wohler als Konsument, akzeptiere aber natürlich für mich als Akteur auch die Wettbewerbsvorbereitung und -erarbeitung als wichtigen qualitativen Motor.“

Stichwort „Konsument“ – welche Musik hört Micha eigentlich privat? „Was das angeht, bin ich doch sehr flexibel. So finden sich in meinem Auto beispielsweise Sampler von „Santiano“ oder auch ein „Best of Modern Talking / Dieter Bohlen“. Gern höre ich aber ebenso Schlager oder allgemein die 80er. Klassische Musik geht natürlich auch immer, wenngleich ich da vielleicht ein kleines Faible für Richard Wagners fulminante Stücke nicht verschweigen will. Am ehesten dient diese Musik bei mir aber der Unterhaltung oder der Begleitung bei anderen Arbeiten bzw. Tätigkeiten.“

Micha beim Konzert auf Schloss Altenstein 2017

Beruflich ist Micha ursprünglich gelernter physikalisch-technischer Assistent, hat aber nie wirklich als solcher gearbeitet. Stattdessen erwarb er einen Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt (FH) und ist bereits seit vielen Jahren als Verwaltungsbeamter an der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig. Neben der Brass Band BlechKLANG widmet er einen anderen Teil seiner Freizeit dem Deutschen Roten Kreuz, in dem er sowohl im Sanitätsdienst als auch administrativ ehrenamtlich tätig ist. Zudem ist er aktiver Zeitschriftenleser und -sammler. Als sportliche Aktivität geht er sehr gern wandern.

Lieber Micha, wir freuen uns, dass Du schon so lange bei uns bist und hoffen natürlich, dass Du auch noch viele weitere Jubiläen mit uns feiern wirst!