Zum zweiten Mal in Folge durften wir im Rahmen der alljährlichen Hofoper der Friedrich-Schiller-Universität ein Hofopernspecial gestalten – und auch diesmal war die Kombination ein voller Erfolg. Am Freitag, 3. Juli 2026, versammelten sich bei bestem Sommerwetter zahlreiche Besucher*innen im idyllischen Innenhof, um das besondere Zusammenspiel aus literarischen Erzählungen und Live-Musik zu erleben. Wort und Musik griffen an diesem Abend unter dem Motto „Hofgeschichten und Blechgeflüster“ wieder nahtlos ineinander.

Foto: Jürgen Scheere | SCHEERE PHOTOS
Von diebischen Affen und Sternenwölfen
Der Konzertabend begann bei hellem Tageslicht mit dem schwungvollen Eröffnungsstück „Ready – Steady – Brass!“. Direkt im Anschluss an das enthaltene Schlagzeugsolo betrat Antje Horn die Bühne und übernahm nach einer kurzen Begrüßung das Wort für das erste gemeinsame Stück „Elise, Is That You?“. Bei diesem Werk stand der direkte Wechsel im Fokus –sprich: Wir lieferten das musikalische Fundament, während Antje Horn mit vollem Körpereinsatz und lebendiger Mimik die Geschichte eines Huthändlers erzählte, der sich mit einer diebischen Affenbande herumschlagen musste. Diese humorvolle Darbietung sorgte im Publikum für reichlich Schmunzler.

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Deutlich ernster wurde es im Anschluss bei Thierry Deleruyelles „Compostela“, da die Geschichte über einen jungen Wolf auf der Jagd nach einem Sternenwesen nach einem völlig anderen Timing verlangte. Hier liefen Musik und Text nicht nur nacheinander ab, sondern verzahnten sich organisch, indem Antje Horns Stimme phasenweise wie eine zusätzliche Solospur direkt über den leisen Klängen der Band lag.
Posaunen-Blues und Standing Ovations
In der darauffolgenden Pause nutzten die Gäste die warmen Temperaturen ausgiebig für Kaltgetränke an der Bar, bevor sich im zweiten Teil die Dynamik des Programms änderte. Dieser Abschnitt startete mit einer rein instrumentalen Strecke, angeführt von „A Fantasy of Joy“ und einem starken Posaunensolo bei „Basin Street Blues“. Erst danach kehrte das gesprochene Wort zurück, wobei das Programm bis zum Schluss flexibel blieb: Mal gab es einen fliegenden Wechsel zwischen den Disziplinen, mal stand eine Erzählung von Antje Horn komplett ohne Instrumente im Raum. Die emotionale Bandbreite reichte dabei von lautem Lachen bis zu Momenten absoluter Stille im weiten Rund des Hofes.

Foto: Jürgen Scheere | SCHEERE PHOTOS
Am Ende des offiziellen Programms gab es im Innenhof kein Halten mehr, sodass das Publikum den Abend mit anhaltenden Standing Ovations quittierte. Zwei Zugaben waren danach Pflicht, bevor die Gäste endgültig in die Jenaer Nacht entlassen wurden. Es wurde schließlich späte Nacht, bis die letzten Instrumentenkisten gepackt und der Hof abgeschlossen war.
Nach diesem gelungenen Abend verabschieden wir uns in die Sommerpause und blicken bereits mit Vorfreude auf die Fortsetzung im nächsten Jahr.
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