BlechKLANGPhilharmonie – Brass Band und Philharmonie erfolgreich verschmolzen


Als das Publikum im Jenaer Volkshaus am 1. Mai dieses Jahres um Punkt 20 Uhr die ersten Takte des traditionellen Marsch „Praise“ von Wilfred Heaton hörte, rechnete vermutlich niemand damit, welche außergewöhnlichen Klänge noch bevorstehen würden. Immerhin handelt es sich bei diesem Stück um ein Werk, das sehr stark der klassischen Blasmusik ähnelt – was beim Auftritt einer Brass Band nichts Unerwartetes ist. Als die Streicher der Jenaer Philharmonie im Anschluss den ersten Satz der „A Downland Suite“ von John Ireland anstimmten, haben einige Gäste im Saal aber bereits die Ohren gespitzt. Der sinfonische Klang an sich war ihnen vielleicht vertraut, aber ursprüngliche, britische Brass Band-Melodien haben sie in dieser Form bislang vermutlich noch nicht so oft gehört. Mit dem zweiten Satz, gespielt von uns, wurde es dann ganz klar: Das Konzert mit dem Titel „BlechKLANGPhilharmonie“ würde ein absolut einzigartiges Klang-Erlebnis werden …

Brass Band BlechKLANG und Jenaer Philharmonie

Weich, zart und leise: So lassen sich die erwähnten ersten Töne des zweiten Satzes der „A Downland Suite“ am besten beschreiben – eine Klangfarbe, mit der insbesondere alle Personen im Publikum, denen Brass Bands weniger vertraut sind, eher nicht gerechnet haben. Jetzt wuchs an vielen Plätzen im Saal die Neugierde, was wohl noch kommen würde. Das nächste Highlight ließ nicht lang auf sich warten: eine Welturaufführung. Die in Brass Band-Kreisen als wahrer Klassiker geltende „Partita“ des Briten Wilfred Heaton – zuletzt beeindruckend vorgetragen von der norwegischen Brass Band Eikanger-Bjørsvik Musikklang bei der Europäischen Brass Band Meisterschaft 2018 – wurde von der Jenaer Philharmonie erstmalig in ihrer sinfonischen Form aufgeführt. So hatte man das gut 25-minütige Stück noch nie auf der Welt gehört! Auch für uns war dies ein ganz spezieller Moment.

Alexander Richter, Philippe Bach, Brass Band BlechKLANG, Philharmonie Jena

Im Anschluss an die dann folgende kurze Pause, in der man das Publikum aufgeregt über das gehörte und das noch kommende Programm diskutieren sah, begann der zweite Teil erneut sehr klassisch. Mit „Cortege“ („Einzug der Adligen“) aus der Oper „Mlada“ von Nikolai Rimski-Korsakow präsentierten wir eine festliche Eröffnung, um in die Welt der russischen Klassiker einzutauchen. Direkt danach überzeugten die Jenaer Philharmoniker mit dem sehr gefühlvollen „Khovanshina“ von Modest Mussorgski in einer Bearbeitung von Dmitri Schostakowitsch, in dem vor allem die Holzbläser im Vordergrund standen.

Das nun folgende Stück stellte vor allem für die beiden Dirigenten Philippe Bach und Alexander Richter eine große Herausforderung dar. Bei den „Polowetzer Tänze“ von Alexander Borodin wechselte das Dirigat nämlich beständig von Satz zu Satz zwischen uns und der Jenaer Philharmonie. Alle Übergänge glückten jedoch problemlos, wodurch für das Publikum ein unglaublich facettenreiches Klangerlebnis entstand. Dieses wurde nur noch durch die Ouvertüre solennelle „1812” von Peter I. Tschaikowski übertroffen. In der Bearbeitung von Howard Lorriman vereinten sich hier nämlich beide Formationen und wurden wortwörtlich zur „BlechKLANGPhilharmonie“. Das bedeutet, dass teilweise 100 Musiker*innen gleichzeitig spielten – ein absolut phänomenales Finale für ein einzigartiges Konzertereignis!

BlechKLANGPhilharmonie Brass Band BlechKLANG und Jenaer Philharmonie

Das Konzert wurden von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

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